Leiden in der zweiten Reihe – werden Angehörige gehört?

Angehörigen Anker

Sie sind unser Anker, sie fangen uns auf und spenden uns Kraft.

Lieben und Leiden liegen oft nah beieinander.

Wer kümmert sich bei einer Erkrankung eines geliebten Menschen um die Angehörigen?

Nachdem sich meine Entlassung im November zum fünften Mal gejährt hat, habe ich diese Zeit besonders bewusst mit meiner Familie verbracht und wir haben uns ausgetauscht, wie Jeder die Zeit damals für sich erlebt hat. Wir reden selten über das was war, zu sehr hat uns der Alltag wieder. Aber ich glaube es schadet nicht, hin und wieder zu reflektieren und zu sehen wie weit man gekommen ist.

Familie und Freunde des Betroffenen werden oft vergessen. Ihre Bedürfnisse, ihre Sorgen, ihre Ängste rücken in den Hintergrund. Sie haben keinen Platz da sich Alles um den Betroffenen dreht.

Das meine Leidensgeschichte meine Familie an den Rande des Erträglichen geführt hat, dass sie wegen mir fast auseinandergebrochen wären und mein Bruder am Kummer den er in sich hinein gefressen hat, selbst schwer erkrankte, dafür habe ich mir große Vorwürfe gemacht.

Ich glaube an keinen Gott und gehe nicht in die Kirche. Ich glaube nicht, dass Alles aus einem bestimmten Grund passiert. Ich glaube nicht an Schicksal. Aber in der Zeit habe ich gebetet, das Universum beschworen und war bereit Alles auf mich zu nehmen für das Wohl meiner Familie. Dafür das sie noch die Kraft haben weiter durchzuhalten. Dafür das die Sorgen die sie sich um mich machten, sie nicht auffressen. Dafür das am Ende Alles gut wird….

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Die Suche nach dem perfekten Prothesenfuss!

Beinprothesen

Wer mir auf meinem Blog bzw. auf facebook oder Instagram folgt, hat sicher mitbekommen, dass ich mich nun endlich für neue Füße entschieden habe! Bei neuen Prothesenfüßen ist es wie mit neuen Schuhen, es gibt eine unglaubliche Auswahl von diversen Herstellern und was für den einen Anwender das richtige ist, muss nicht zwangsläufig passend sein für andere Anwender.

Dennoch habe ich mich mit verschiedenen Amputees ausgetauscht und mir von ihnen, über ihre Erfahrungen mit verschiedenen Prothesenfüßen, berichten lassen. Zudem hab ich mich mit meinem Techniker darüber unterhalten, was mir wichtig ist bei den neuen Füßen. Seit meiner Erstversorgung war ich beidseitig mit dem Triton von Otto Bock unterwegs und hatte dazu eine Skinergy Silikonkosmetik.

Grundsätzlich bin ich damit im Alltag gut zurechtgekommen, allerdings war es vor allem bei Schrägen wirklich ein Kraftaufwand die Steigung aus den Oberschenkeln zu meistern und da der Fuß eine fixe 90 Grad Einstellung hat, musste ich dann sozusagen auf den Zehenspitzen den Anstieg bewältigen. Da ich nah an den Bergen wohne und es definitiv ein Ziel von mir ist wieder mal aus eigener Kraft einen Gipfel der Chiemgauer Alpen zu besteigen, wollte ich Füße mit Knöchelhydraulik. Zum anderen hab ich mir mit dem Triton und der Silikonkosmetik schwer getan barfuß oder mit Schuhen mit dünnen Sohlen (z. B. Ballarinas) zu laufen, das sah dann immer aus wie ein Storch im Salat bzw. hat mir durch den harten Fersenauftritt nach einer gewissen Zeit der Rücken weh getan.

Tatsächlich hat es jetzt ziemlich genau 1 Jahr gedauert, bis ich mich entschieden habe. Denn zum einen habe ich 4 Modelle von 4 unterschiedlichen Herstellern probiert und hatte aber auch immer wieder Phasen dazwischen wo ich nicht getestet habe, weil mir schlichtweg  die Zeit gefehlt hat. Jeder der die Freuden und Leiden einer Prothesenversorgung kennt, weiß wie verdammt viel Zeit man in so einer Orthopädiewerkstatt verbringen kann. Aber dafür bekommt man auch ein individuell auf einen eingestelltes Produkt, mit welchem man im besten Fall schmerzfrei seinen Alltag bewältigt bekommt. Ich für mich weiß, dass ich sowohl fachlich als auch menschlich in guten Händen bei der Firma Pohlig aus Traunstein aufgehoben bin. Support your local technician! 🙂 Weiterlesen „Die Suche nach dem perfekten Prothesenfuss!“

Zurück in die Arbeitswelt

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Foltermittel der Ergotherapie

Im Mai 2014 war es soweit. Die Wiedereingliederung in meinen alten Job stand an, nachdem ich 1,5 Jahre krankgeschrieben war und davon ein komplettes Jahr im Krankenhaus verbrachte.

In meinem Job in Deutschlands größtem Loyaltyprogramm, war ich ziemlich genau ein Jahr tätig, bevor die Krankenhauszeit begann. Lange war nicht klar wann und ob ich überhaupt wieder in meinen Job zurückkehren könnte. Mein Arbeitgeber hat mir zum Glück zu keinem Zeitpunkt Druck gemacht. Ich konnte mir die Zeit nehmen mein Leben nach der Entlassung aus dem Krankenhaus so einzurichten, damit ich einen möglichst guten Start hatte. Weiterlesen „Zurück in die Arbeitswelt“

Musikalischer Reha-Endspurt

headphones-2789078_1280Es läuft immer besser mit den Prothesen. Das Training schlägt an und ich bewege mich mit Krücken auch schon außerhalb der Klinik, aber weite Strecken sind lange noch nicht drin. Die Wunden an den Oberschenkeln reißen beim Gehen immer wieder auf und bluten, aber ich bin Schlimmeres gewöhnt. Auch meine anderen Wunden am ganzen Körper wachsen langsam zu. Oft werde ich angesprochen, ob ich ich ein Feuer überlebt habe, da die Wunden auf meiner blassen Haus anscheinend für Viele wie Verbrennungen aussehen. Normalerweise habe ich kein Problem den Leuten die richtige Geschichte zu erklären, aber manchmal ist es anstrengend zu erzählen was mir passiert ist.

Manchmal hab ich mir überlegt zum Spaß eine etwas spektakulärere Geschichte zu erzählen. HIT Typ II hört sich ziemlich lame an. Eine spannende Unfallgeschichte wollen die Leute wohl manchmal lieber hören. Kann ich aber leider nicht bieten…. Weiterlesen „Musikalischer Reha-Endspurt“

Blut, Schweiß und Tränen

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Bevor ich auf Reha kam, hatte ich im Krankenhaus nur sehr wenig Physiotherapie. In erster Linie ging es hier darum die Gelenke beweglich zu halten, dass keine Sehnenverkürzung stattfindet, Stumpfabhärtung und dass ich es endlich schaffe ohne Hilfe vom Bett in den Rolli zu kommen, damit ich auf Reha selbstständiger bin. Obwohl mir der Rolli die Freiheit gab, ohne Prothesen wieder selbst zu bestimmen, wann ich wo hinfahre, war ich nicht begeistert davon. Auch als der Mann vom Sanitätshaus kam, mich ausgemessen hat und mit mir die verschiedenen individuellen Bestandteile durchgegangen ist, hat mich die Aussicht auf einen flamingofarbenen Rolli mit Glitzer nicht aufheitern können. Ich kam mir damit einfach so richtig behindert vor.

Angekommen in der Reha ging es bald mit den ersten Anwendungen los. Krafttraining, Ergotherapie, Physiotherapie, Dehnung, Ausdauer- und Gleichgewichtstraining bestimmen jetzt meinen Alltag. Die Ärzte haben einen 3monatigen Aufenthalt für mich beantragt, welcher problemlos genehmigt wurde.

Ich glaube Keiner hat zu dem Zeitpunkt geglaubt, dass ich nach 3 Monaten entlassen werde, aber für mich war klar: In 3 Monaten werde ich hier auf Prothesen und ohne Hilfmittel rausmarschieren! Challenge accepted! Weiterlesen „Blut, Schweiß und Tränen“

Dieser Weg wird kein leichter sein…Start in die Reha

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Totales Gefühlschaos. Nach über 8 Monaten im Krankenhaus soll ich jeden Moment vom Krankentransport abgeholt werden und in die Rehaklinik gebracht werden. Meine Sachen sind gepackt, ich wurde in meinem Krankenhausbett auf den Gang gerollt, es ist unerträglich heiß und gefühlt dauert es ewig bis ich abgeholt werde.

Ein komisches Gefühl breitet sich in mir aus. Ich hab Angst…da kann ich endlich aus meinem Gefängnis ausbrechen und trotzdem hab ich Angst vor der Veränderung und was auf mich zukommt. Verrückt oder? Seit Wochen und Monaten will ich nur raus hier, aber der Mensch ist ein Gewohnheitstier und irgendwie hat es mir Sicherheit gegeben, dass ich wusste, dass im Notfall ein Team an Ärzten zur Verfügung steht.

Okay aber jetzt ist es an der Zeit nach Vorne zu schauen. Weiterlesen „Dieser Weg wird kein leichter sein…Start in die Reha“