Leben mit Beinamputation und Beinprothese

Surfer mit Board und Beinprothese steht am Meer- Perspektivenwechsel mit Prothesen
Surfer mit Beinprothese am Strand

Bein ab…was nun? Ich konnte mir nach meiner Beinamputation überhaupt nicht vorstellen, wie ich auf Beinprothesen wieder laufen sollte. Mir war schon klar, dass ich kein Piratenholzbein bekommen würde, aber ich dachte es würde sich anfühlen wie auf Stelzen zu laufen. Zum Glück ist das nicht der Fall!

Die Prothesenversorgung ist sehr individuell, denn keine Anwendergeschichte gleicht der anderen und wir Amputees haben auch ganz unterschiedliche Ansprüche an unsere Versorgung. Nachfolgend habe ich die aus meiner Sicht wichtigsten Informationen zum Thema Beinprothesen für euch zusammengestellt.

Der Aufbau einer Beinprothese

Aus welchen Bestandteilen eine Beinprothese besteht, hängt von der Amputationshöhe ab.

Je nachdem wo amputiert werden musste (z. B. Fuß, Knie- oder Hüftgelenk) müssen entsprechend verschiedene Prothesenpassteilen verwendet werden. Zwischen den einzelnen Prothesenpassteilen gibt es Verbindungselemente, mit Hilfe derer z. B. die Höhe der Prothese individuell angepasst werden kann oder teilweise auch zusätzliche Funktionen erfüllt werden können.

Folgende Prothesenpassteile gibt es generell:

2 schwarze Beinprothesen aus Carbon mit Fußkosmetik-
Perspektivenwechsel mit Prothesen

Der Prothesenschaft ist die Verbindung zwischen dem Beinstumpf und den anderen Prothesenkomponenten. Der Schaft wird immer individuell aus Carbon angefertigt und ein gute Passform ist Voraussetzung dafür, dass eine befriedigende Prothesenvesorgung sichergestellt wird.

Adapter und Verbindungselemente fügen die verschiedenen Prothesenbauteile zusammen.

Bei den Prothesenfüßen gibt es eine riesige Auswahl von verschiedenen Herstellern in verschiedenen Ausführungen. Meine Erfahrung ist, dass es den Prothesenfuß der Alles kann noch nicht gibt, also überlegt euch am Besten was für euch bei der Versorgung wichtig ist und testet verschiedene Füße.

Erstversorgung – Die Interimsprothese

Bei jeder neuen Beinprothese wird zuerst eine vorläufige Prothese (Interimsprothese) angefertigt. Diese wird noch nicht mir Carbon hergestellt, damit der Schaft leicht an die variierende Form des Beinstumpfes angepasst werden kann vom Orthopädietechniker. Bei frisch amputierten Patienten reduziert sich der Umfang des Beinstumpfes innerhalb der ersten Monate, abhängig vom Abklingen der Schwellung und dem Verlauf der Wundheilung.

2 Beinprothesen in der Interimsphase der Prothesenanpassung- 
Perspektivenwechsel mit Prothesen
Interimsprothesen mit leicht anpassbaren durchsichtigem Schaft

In der Interimsphase, welche bis zu 6 Monaten dauert, können außerdem bereits unterschiedliche Bauteile wie zum Beispiel Kniegelenk oder verschiedene Füße getestet werden, welche bei der endgültige Prothese (Definitivprothese) verwendet werden. Die Passform der Prothese wird während dieser Probephase immer wieder durch den Orthopädietechniker verbessert, so dass bei der Definitivprothese mit Carbonschaft, möglichst keine Passformprobleme auftreten.

2 Beinprothesen als Definitivversorgung - Perspektivenwechsel mit Prothesen
Definitivversorgung Beinprothesen mit Carbonschaft

Später kann Gewichtszunahme oder -abnahme dazu führen, dass es Volumenänderungen des Stumpfes gibt und der Schaft dadurch nicht mehr optimal passt. Generell sollte man also als Prothesenträger darauf achten sein Gewicht zu halten. Zwar lassen sich solche Formveränderungen bis zu einem gewissen Maß ausgleichen, doch irgendwann passt der erste Schaft nicht mehr und muss entsprechend vom Orthopädietechniker angepasst werden oder auch komplett neu gefertigt werden.

Wie war das eigentlich bei dir?

Wenn ihr gerne mehr über meinen Weg zu meiner ersten Beinprothese wissen wollt, dann schaut euch die Artikel „Dieser Weg wird kein leichter sein – Start in die Reha“, „Blut, Schweiß und Tränen“ und „Musikalischer Reha-Endspurt“ an.

Die richtige Beinprothese finden

Nach ungefähr 3-6 Monaten ist die Interimsversorgung in den meisten Fällen abgeschlossen und der Stumpf hat seine bleibende Form entwickelt. Jetzt kann der nächste Schritt getan werden – Die Herstellung und Anpassung der Definitivprothese.

Die Auswahl der passenden Passteile richtet sich nach folgenden Anwenderkriterien:

  • der körperlichen Konstitution
  • Nebenerkrankungen
  • dem Alter
  • dem Körpergewicht
  • der Amputationshöhe
  • dem Freizeitverhalten
  • dem Lebensumfeld

Zudem gibt es die Möglichkeit verschiedene Prothesen für unterschiedliche Einsatzzwecke bzw. Anwendungsbereiche zu fertigen:

  • Alltagsprothese – für das Tragen zu Hause, bei Freizeitaktivitäten und am Arbeitsplatz
  • Badeprothese – jedem Amputierten steht eine wasserfeste Prothese zu
  • Sportprothese – auf einzelne Sportarten ausgerichtete Prothesen (z. B. Lauffedern)

Für eine passende Beinprothese müssen das jeweils richtige Gelenk und die korrekte Kombination aus Fuß und anderen Bauteilen (z. B. Liner, Schaft) passend zusammengestellt werden.

Dabei unterscheidet man bei der prothetischen Versorgung grundsätzlich in:

  • mechanische Gelenke – Knie und Fuß
  • bionische/elektronische Gelenke – Knie und Fuß mit künstlicher Intelligenz
  • Sportversorgungen

Optische Versorgung von Beinprothesen

Manchen Anwendern ist es wichtig, dass ihre Beinprothese natürlich wirkt, daher besteht die Möglichkeit die Beinprothese mit einem Überzug zu verkleiden. Aktuell gibt es dafür 3 Möglichkeiten:

2 Beinprothesen mit kosmetischem Überzug mit hautfarbenem Silikon- Perspektivenwechsel mit Prothesen
Definitivversorgung der Beinprothesen mit Silikonüberzug
2 Beinprothesen mit Cover im Cutout Design auf beiden Seiten in rosegold - Perspektivenwechsel mit Prothesen
Definitivversorgung der Beinprothesen mit 3D-Druck Cover

Wem es egal ist, ob die Prothese in ihrer Form dem ursprünglichen Bein gleicht und dennoch auf individuelle Gestaltung nicht verzichten will, der hat zudem die Möglichkeit den Schaft mit dem eigenen Wunschmotiv bedrucken zu lassen bei der Anfertigung. Deiner Phantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt!

Welche Arten von Beinprothesen gibt es?

Unterschenkelamputation

Wird das Bein unterhalb des Knies amputiert, spricht man von einer Unterschenkelamputation. Die Funktionen des Kniegelenkes bleiben vollständig erhalten. In diesem Fall ist eine Prothesenversorgung notwendig, die eine Verbindung zum Fußgelenk schafft und die Funktion des Fußgelenkes ersetzt.

In den letzten Jahren hat sich die Versorgung mit sogenannten Linern durchgesetzt, einem eng anliegenden Strumpf aus Silikon, Polyurethan oder Copolymeren, der über den Unterschenkelstumpf gezogen wird. Dieser haftet so stark auf dem Stumpf, dass er sich nur auf- und abrollen, nicht aber hinunterziehen lässt. Die Prothese ist dadurch sicher mit dem Liner verbunden.

Grauer Silikonliner mit PIN-Lock
Liner mit PIN (= Schraube ist am Liner befestigt und dient der Verbindung mit dem Schaft)

Neben Linern mit PIN haben sich aufgrund des sicheren Haltes und der geringen Belastung des Stumpfes insbesondere Vakuumsysteme etabliert. Dabei wird beim Anziehen der Prothese durch Unterdruck eine sichere Verbindung zwischen dem Prothesenschaft und dem Beinstumpf hergestellt. Hier wird zusätzlich noch eine sogenannte Kniekappe benötigt, also nochmal ein zusätzlicher Liner der über den Schaft gezogen wird. Alternativ gibt es das Vakuumsystem mit Dichtlippen. Je nach Aktivitätslevel haben Kniekappen und Dichtlippen hohen Verschleiß. Eine nicht intakte Kniekappe oder Dichtlippe hat zur Folge, dass das Vakuum nicht mehr gegeben ist und damit die Prothese nicht mehr sicher anhaftet.

Zudem ist bei einer Versorgung mit Kniekappe zu bedenken, dass diese Doppellinerversorgung das Abwinkeln des Knies einschränken kann und das unter Umständen bei Aktivitäten als störend empfunden wird z. B. beim Radfahren.
Probleme können darüber hinaus auftreten, wenn der Stumpf im Liner vermehrt schwitzt und es zu Hautproblemen kommen kann. Außerdem kommen manche Prothesenträger mit dem unvermeidlichen Zug auf der Stumpfhaut nicht
zurecht.

Neben der häufigsten Versorgung mit Liner und PIN bzw. aktivem/passivem Vakuum, gibt es noch folgende Versorgungen für Unterschenkelamputationen:

  • Weichwand-Innentrichter
  • Unterschenkelprothese mit/ohne Oberschaft
2 Beinprothesen mit schwarzweißen Turnschuhen und verziert mit bunten Aufklebern

Knieexartikulation

Amputationen im Kniegelenk machen eine Prothesenversorgung notwendig, die die Funktion des Kniegelenkes ersetzt. Im Vergleich zu Unterschenkelversorgungen kommt hier also noch ein weiteres Passteil hinzu: das Knie. Ebenso wie bei den Prothesenfüßen gibt es auch bei den Knien verschiedene Modelle von unterschiedlichen Herstellern.
Hinsichtlich der Schaftversorgung sind auch bei Knieexartikulationen mehrere Varianten möglich:

  • Weichwandinnentrichter
  • Linertechnik mit Ausstoßventil
  • Carbonrahmenschaft mit flexiblem Innenschaft

Weil die Oberschenkelmuskulatur nach einer Knieexartikulation weitestgehend erhalten bleibt, besitzt der Prothesenanwender viel Kraft in seinem Stumpf und kann deshalb die Prothese in der Regel gut steuern. 

Oberschenkelamputation

Wird oberhalb des Knies amputiert, spricht man von einer Oberschenkelamputation, wie bei einer Knieexartikulation muss durch passende Gelenke das Knie und der Fuß ersetzt werden.

Bei einer Oberschenkelamputation geht sowohl knöcherne Belastungsfläche als auch knöcherne Hebellänge verloren. Je kürzer der Stumpf ist, desto stärker verändert sich auch das Muskelgewicht. Um eine Überlastung des Stumpfes zu vermeiden, werden Oberschenkelprothesen so gebaut, dass auch der Beckenknochen einen Teil der Last übernimmt.

Auch hier gibt es verschiedene Varianten der Schaftversorgung:

  • Holzschaft
  • Sitzbeinunterstützender Schaft (Querovaler Schaft)
  • Sitzbeinumgreifender Schaft (Längsovaler, CAT-CAM-Schaft)
  • Carbon- oder Gießharzschaft, mit oder ohne flexiblem Innenschaft, mit oder ohne Liner sowie mit oder ohne aktivem Vakuumsystem
  • MAS-Schaftform
  • VX-Schaftform
Männlicher Anwender im Schwimmbad mit Oberschenkelprothese in Badehose am Beckenrand
Anwender mit Oberschenkelamputation und prothetischer Versorgung

Hüftexartikulation/Hemipelvektomie

Amputationen im Bereich der Hüfte stellen besondere Anforderungen an den Patienten, da hier noch ein weiteres Gelenk, das Hüftgelenk, ersetzt werden muss. Zudem fehlen je nach Amputationsart Abstützpunkte, was dem Patienten
bereits das Sitzen erschwert. Das ist beispielsweise dann der Fall, wenn Teile des Beckens entfernt werden mussten (Hemipelvektomie).

Bei Hüftexartikulationen wird ein Beckenkorb angepasst, der das Becken teilweise umfasst und an dem die restlichen Passteile – Hüftgelenk, Knie und Fuß – befestigt werden.

  • Hüftkorb aus Carbon oder Gießharz, mit oder ohne flexiblem Innenschaft
  • Geschlossener Schaft mit flexiblem Innenmaterial

Sonderformen bei Beinamputation

Umkehrplastik

Im Gegensatz zur normalen Amputation bietet diese Technik in vielen Fällen eine bessere Funktionsfähigkeit und Stabilität in der betroffenen Extremität. Insbesondere bei Erkrankungen des Knochens (z.B. Osteosarkom) kommt die Umkehrplastik zum Einsatz. Bei notwendiger Amputation des Knies wird der Oberschenkel oberhalb des Knies und der Unterschenkel unterhalb des Knies durchtrennt. Der Unterschenkel wird dann inklusive Fuß am Oberschenkel befestigt, der Fuß zeigt dabei nach hinten. Durch diese besondere Vorgehensweise kann das obere Sprunggelenk die Funktion des Kniegelenks übernehmen und damit die Versorgung mit einer Prothese leichter gestalten. Zudem kommt es, anders als bei Vollamputationen, seltener zu Phantomschmerzen.

Endo-Exo Prothesenversorgung

siehe dazu meinen Blogartikel „Ist Endo-Exo Versorgung die Lösung?“

Wo findest du darüber hinaus Hilfe nach der Beinamputation?

An alle neu dazugekommen Amputees möchte ich noch auf die Möglichkeit des Peer-Counseling, d. h. Austausch mit anderen Betroffenen hinweisen, schaut dazu gerne bei folgenden Blogartikeln über das Peer Projekt vorbei. Wer nicht vergessen werden sollte sind die nächsten Angehörigen, denn sie leiden oft ebenso unter der neuen Situation, daher habe ich euch unter „Leiden in der zweiten Reihe- werden Angehörige gehört?“ weiterführende Anlaufstellen verlinkt.

Zudem habe ich euch im Artikel „Wo finde ich als Amputee erste Hilfe und Informationen“ noch passende Internetseiten, Facebookgruppen und Fachzeitschriften zusammengestellt.

Auch zum Thema Reisen mit Beinprothese und Bewältigung des Alltags mit Beinamputation habe ich euch bereits hilfreiche Blogartikel geschrieben.

Solltet ihr unter Phantomschmerzen leiden dann lest euch gerne den passenden Text mit nützlichen Hinweisen dazu durch und wenn ihr euch fragt was ihr dagegen tun könnt, hilft oft Bewegung und Ablenkung-> Sport unterstützt euch wieder in ein aktives und schmerzfreies Leben zurückzufinden.

Zum Schluss noch einen Ausblick anhand eines Vortrags wie die Prothesen der Zukunft aussehen können und was uns Amputess damit ermöglicht werden soll. Ich bin gespannt, was die technische Entwicklung noch für Überraschungen für uns bereit hält- ich bin überzeugt, es wird großartig!

Da man niemals auslernt und ich gerne auf eure Expertise zurückgreifen möchte, sagt mir gerne Bescheid, wenn ihr Anmerkungen zu den von mir zusammengestellten Informationen habt- mein Blog ist auch dafür da, dass wir voneinander lernen!

Auf eine Übersicht der verschiedenen Prothesenhersteller und ihren Produkten habe ich bewusst verzichtet, da es zum einen eine sehr große Auswahl gibt, die ich sicher nicht allumfassend abbilden kann und zum anderen werde ich keine Empfehlung für bestimmte Versorgungen aussprechen. In Rücksprache mit dem Orthopädietechniker des Vertrauens solltet ihr selbst herausfinden, welche Kombination an Passteilen optimal zu euch passt.

Ich freue mich darauf von euch zu hören und bin für jeden fachkundigen Rat und hilfreiche Erfahrung, die den Artikel bereichern, dankbar.

Eure

CarbonEla Daniela

3 wertvolle Buchtipps die dir durch die Pandemie helfen!

Winterzeit = Lockdownzeit = Lesezeit!

Und Dank Corona gibt es aktuell wenig Ablenkungen und damit die Chance die gewonnene Zeit sinnvoll zu investieren und zwar am Besten in dich selbst!

Ich möchte mit dir 3 ganz besondere Buchtipps teilen, diese können für dich hilfreich sein, wenn dich die aktuelle Lage belastet, sie dich zum Nachdenken bringt und du dir Zeit für deine persönliche Entwicklung nehmen möchtest.

1. Weiter geht`s, Schritt für Schritt (Cornelia Sachs)

Zum ersten Buch habe ich einen ganz besonderen Bezug, da meine Geschichte ein Kapitel davon ist. Seit Ende letzten Jahres habe ich auf diesen Moment gewartet und bin sehr glücklich endlich das fertige Buch in meinen Händen halten zu dürfen!

25 Amputees im Alter von 12-90 Jahren geben Einblicke, wie es ihnen ganz individuell gelungen ist, mit ihrem jeweiligen Schicksal umzugehen und ihren Alltag neu zu gestalten – das macht für mich den unfassbaren Mehrwert dieses Buches aus! Ich habe es in einem Tag durchgelesen und ich bin wirklich stolz Teil dieses Projektes sein zu dürfen.

Ich kann mich noch gut daran erinnern, als Cornelia 2019 das Projekt ins Leben gerufen und sich auf die Suche nach Amputees begeben hat, die bereit waren ihre Geschichte für das Buch aufzuschreiben, um damit Anderen zu helfen.

Als ich davon gehört habe, war ich sofort begeistert und wollte unbedingt Teil dieses Ratgebers sein.

Das Besondere an diesem Buch ist, dass es unabhängig, persönlich, gemeinnützig, sowie frei von kommerziellen Eigeninteressen oder Interessen der Versorgungsindustrie und keine Egoshow der einzelnen Teilnehmer ist.

Cornelia ist selbst seit 1980 beinamputiert und lebte bis 2014 in den USA, dort begegnete ihr das Buch „You`re not alone“, das ihr bei der weiteren Verarbeitung ihrer eigenen Beinamputation geholfen hat. Dieses Buch enthält 38 Geschichten von Amputees und ist leider nur in Englisch erhältlich.

Solch eine Lektüre gab es bislang in Deutsch noch nicht. Da Cornelia gemerkt hat, wie hilfreich dies für sie war, hat sie sich vorgenommen, solch ein Buch mit Beispielen, Geschichten und Erfahrungen in Deutschland herauszugeben.

Es ist ein tolles Mutmacher-Buch entstanden und es soll als Quelle für Informationen dienen, zur Stärkung der Position von Amputierten beitragen und das Akzeptieren der neuen Situation erleichtern.

Weiterlesen „3 wertvolle Buchtipps die dir durch die Pandemie helfen!“

Das passende Cover für deine Beinprothese!

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Du läufst an einem Spiegel vorbei…

Was siehst du?

Viele Amputees haben nach der Amputation erstmal Probleme damit ihren veränderten Körper zu akzeptieren. Sie müssen sich mit ihrem neuen Erscheinungsbild anfreunden und die Blicke der Leute aushalten.

Kommt dann die Prothese, ist es für Viele der erste Schritt zurück zur Normalität, aber dennoch verstecken sie die Beinprothese lieber. Man entspricht nicht mehr der gängigen Norm.

Was ist die Lösung?

Lange Hosen tragen? Auch im Sommer bei 30 Grad und mehr?

In der heutigen Zeit gibt es viele Möglichkeiten seine Beinprothese zu verschönern und das kann helfen, sich mit der neuen Situation schneller zu arrangieren.

Man kann seinen Schaft mit dem Motiv der Lieblingsband oder des Lieblingsvereins bedrucken lassen, es gibt Schaumstoff- oder Silikonkosmetik, um die Prothese in Form und Farbe möglichst dem ursprünglichen Bein nachzuempfinden.

Viele Fragen mich, ob ich von Anfang an so selbstverständlich meine Beinprothesen gezeigt habe. Die Antwort ist ganz klar: „Auf gar keinen Fall!“

Weiterlesen „Das passende Cover für deine Beinprothese!“

Neue eurocom Broschüre zum Thema Amputation

Hallo liebe Amputees,

eine kurze Info, dass ihr ab sofort die neue Broschüre „Beinamputation- wie geht es weiter?“ (Ratgeber für Patienten) kostenlos bestellen könnt.

Ebenso gibt es eine neue kostenlose Neuauflage von „Recht und Anspruch auf Prothesenversorgung“.

Beide Broschüren könnt ihr unter folgendem Link bestellen oder als PDF herunterladen:

www.eurocom-info.de

 Betroffene und ihre Angehörigen erfahren hier, welche Amputationsarten es gibt, wie es nach einer Amputation weitergeht, wie die Rehabilitation ablaufen sollte und welche Prothesen und Passteile für eine Versorgung infrage kommen.

Informationen zur Bewältigung des Alltags und Erfahrungsberichte von Menschen, die ihr Leben mit Prothese meistern sind ebenfalls enthalten. Zudem eine Übersicht der Kontaktdaten von Rehakliniken und Selbsthilfegruppen.

Amputees erzählen: Ist Endo-Exo Versorgung die Lösung?

 

Endo-Exo Prothesenversorgung

Immer wieder taucht das Thema Endo-Exo Prothesenversorgung in den Facebookgruppen der Amputees auf. Diese Art der Prothesenversorgung kommt ohne Schaft aus, denn hier wird ein Implantat im noch vorhandenen Knochen eingesetzt, welches dann die Verbindung zur Prothese darstellt. Immer mehr Anwender interessieren sich für diese Art der Versorgung. Wer Probleme hat mit herkömmlichen Schäften, wg. Schwitzen oder offenen Stellen, für den kann Endo-Exo eine dauerhafte Lösung sein.

Vereinfacht gesagt, besteht die Endo-Exo-Prothese aus zwei Teilen:

1) Ein Endosystemteil, das in den Knochen fest implantiert wird und mit diesem verwächst (Osseointegration).

2) Ein Exosystemteil, an das die Prothesenbauteile wie Kniegelenk oder sonstige Anschlussteile angeschlossen werden.

Endo

Durch diese Endo-Exo-Beinprothese verläuft die Kraftübertragung wieder so, wie es die Natur vorgesehen hat: über den Knochen. Das bedeutet maximale Mobilität und ein sicheres, harmonisches Gangbild ohne die störenden Randbereiche eines Prothesenschaftes.

WAS SIND DIE VORTEILE EINER OSSEOINTEGRATION?

Für Patienten mit Amputation bietet die Osseointegration gegenüber der Schaft-Prothese eine ganze Reihe von Vorteilen:

  • Mehr Beweglichkeit
  • Präzise Führung der Prothese
  • Mehr Aktivität
  • Größerer Tragekomfort u.a. auch beim Sitzen
  • Einfache Handhabung
  • Volumenschwankungen des Stumpfes haben keine Auswirkung
  • Direkte Verbindung zum Körper ohne Schaft

WAS KÖNNEN NACHTEILE EINER OSSEOINTEGRATION SEIN?

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Stiftung Red Line bietet Hilfe für Amputees!

Handprothese

Über meinen Blog hat mich eine Anfrage erreicht, welche ich gern mit euch teilen möchte, vielleicht kann Jemand von euch davon profitieren!

Die privat finanzierte Stiftung RED LINE wurde gegründet, um Patienten nach einem Gliedmassenverlust wieder zurück zu Bewegung und Mobilität zu verhelfen. Nebst körperlicher und psychischer Belastung, kann eine Amputation auch finanzielle Schwierigkeiten nach sich ziehen. Die Stiftung möchte die Betroffenen unterstützen, mit diesen Problemen umzugehen und ihnen dabei helfen, in ein möglichst normales Leben zurückzukehren.

Mission

Die Mission von RED LINE ist den Menschen, die obere oder untere Gliedmaße(-n) verloren haben, zu helfen, um das Lebensniveau zu erhöhen und die Mobilität wiederzukriegen.
Der Zweck der Foundation ist Menschen mit Amputationen im Prozess der Rehabilitation und Prothetik zu unterstützen.
Im Bereich der Prothetik werden grosse Fortschritte gemacht und moderne Technologien ermöglichen es, die verlorene Mobilität weitgehend zurückzuerlangen. Leider kann sich nicht jeder Patient teure innovative Prothesen und eine hochwertige medizinische Versorgung leisten- hier kann RED LINE helfen! Die Stiftung versucht den betroffenen Patienten die effektivsten Massnahmen anzubieten, um sie wieder in ein möglichst normales Leben zurückzuführen.

WIE KÖNNEN WIR HELFEN

Die Prothesenversorgung muss auf den individuellen Amputationsfall abgestimmt sein. Medizinische Experten stehen den Patienten mit eingeschränkter Mobilität in allen Phasen der Prothesenversorgung zur Seite. Die Stiftung arbeitet mit den besten europäischen Kliniken und den weltweit führenden Herstellern von prothetischen und orthopädischen Produkten zusammen. Sie erstellen für jeden Patienten einen individuellen Rehabilitationsplan. RED LINE hilft bestmöglichst dabei, die verlorene Mobilität weitgehend zurückzuerlangen.
Die Stiftung ist in der Schweiz ansässig, unterstützt aber auch Menschen in Deutschland.
Solltet ihr Hilfe in Anspruch nehmen wollen oder ihr kennt Jemand der Unterstützung benötigt, dann nehmt gerne direkt Kontakt auf:
Claridenstrasse 25
8002 Zürich
+41 79 925 4600
info@redlinefoundation.ch

Blogs, youtuber & Podcasts die Amputees kennen sollten!

Amputees auf Social media

Es gibt sie!

Kennst du sie schon?

Ernährung, Fitness, Beauty dazu gibt es unzählige von Accounts. Wenn wir auf das Thema Amputation und Prothesen schauen, dann muss man schon mehr suchen, um passende Quellen zu finden.

Jeder hat seine ganz eigene Art mit seiner Geschichte umzugehen und sie zu erzählen. Die einen berichten über ihre täglichen Herausforderungen und Erlebnisse, auch abseits von Amputation. Andere nehmen uns mit von den ersten Schritten mit Prothese, dazugehörige Rückschläge und wie sie damit umgehen. Den ein oder anderen kennt ihr wahrscheinlich schon, aber vielleicht sind auch ein paar neue Quellen für euch dabei.

Oder vielleicht habe ich in euren Augen Jemand wichtigen vergessen!?! Dann schreibt mir gerne oder kommentiert unter dem Blogbeitrag, wer es unbedingt noch verdient hat hier aufgeführt zu werden- ich lass mich gerne aufschlauen 😉

Nachfolgend habe ich für euch die interessantesten Seiten verlinkt:

Weiterlesen „Blogs, youtuber & Podcasts die Amputees kennen sollten!“

Phantomschmerzen – ein unerklärliches Phänomen?!

Phantomschmerz

Oftmals denkt man mit der Amputation ist das Schlimmste überstanden und hofft langwierigen Schmerzen ein Ende zu machen. Dann kommt die Ernüchterung: Phantomschmerzen betreffen zw. 70-80 % aller amputierten Patienten! Also ein Thema mit dem sich fast jeder Amputee auseinandersetzen muss und daher möchte ich euch nachfolgend einige Einblicke inkl. möglicher Therapiemethoden geben:

Was ist Phantomschmerz?

Als Phantomschmerz bezeichnet man die Schmerzen in einem Teil von Körper, der nicht mehr da ist. Wie zum Beispiel ein Stechen/Kribbeln von den Zehen, obwohl das Bein amputiert wurde. Phantomschmerzen können bei jeder noch so „kleinen“ Amputation vorkommen – ein Finger, eine Zehe, sogar bei einem Zahn oder dem Blinddarm.

Dieser Schmerz kann sich bei Jedem ganz unterschiedlich anfühlen: Brennen, Stechen, Reißen, Kribbeln, Quetschen, Zucken, Spannungsgefühl bis hin zum Jucken.

Was sind die Ursachen für Phantomschmerzen?

Die Forscher sind sich noch nicht ganz einig woher die Phantomschmerzen eigentlich kommen. Viele Wissenschaftler sind der Meinung, dass das Gehirn eine „Karte“ vom Körper hat, und wenn diese nicht mehr mit dem Körperbild zusammenpasst werden Schmerzwellen ausgesandt.

Des Weiteren wird vermutet, dass es eine Art „Schmerzgedächtnis“ gibt. Das heißt man gewöhnt sich an chronische Schmerzen und bekommt sie noch schwerer weg. Stellen die man vor der Amputation deutlich gespürt hat (z.B. aufgrund von Schmerzen) fühlt man auch nach dem Eingriff intensiver.

Weiterlesen „Phantomschmerzen – ein unerklärliches Phänomen?!“

Peer Counseling- Hilfe zur Selbsthilfe

Peer Unterschenkelprothese

Habt ihr selbst eine Amputation hinter euch? Könnt ihr euch noch an die Sorgen und Ängste erinnern, welche euch beschäftigt haben? Wer hat euch in dieser schweren Zeit zur Seite gestanden? Wer hat verstanden was ihr durchmacht? Bei den meisten werden es Familie und Freunde gewesen sein. Darüber hinaus kann aber auch der Austausch mit Menschen die bereits Lebenserfahrung mit dem Leben ohne Bein(e)/Arm(e) haben eine Unterstützung im Rehaprozess sein. Wer kann besser verstehen was einen nach einer Amputation beschäftigt, als Jemand der selbst diese Erfahrung gemacht hat?

Mir persönlich hätte es sehr geholfen, wenn ich in den 8 Monaten im Akutkrankenhaus Jemand an die Seite gestellt bekommen hätte, der mir als selbst Betroffener meine Fragen beantwortet hätte. Anstatt mir heimlich Antidepressiva in meinen Berg von Medikamenten unterzuschmuggeln, hätte mir ein offener und ehrlicher Austausch so viel mehr gebracht in meiner damaligen Situation. Übrigens habe ich die Antidepressiva nach wenigen Tagen, gegen den Rat der Ärzte, wieder abgesetzt. Ich bin kein Freund davon, Probleme im Leben zeitweise weichzuspülen, nur damit sie einen später um so härter treffen. Ich bin Fan von klaren Ansagen und mag es gar nicht, wenn man versucht mir Sch…. als Gold zu verkaufen. Erst als ich direkt im Anschluss in die Rehaklinik kam, konnte ich bei Anderen und dann auch bei mir selbst sehen, was Alles wieder möglich ist. Das hat mir so viel Auftrieb und Kraft gegeben, dass ich wieder Lust auf das Leben hatte, auch ohne meine Beine.

Weiterlesen „Peer Counseling- Hilfe zur Selbsthilfe“

Namaste – YOGA für Amputees

Yoga mit Unterschenkelprothese
Instagram: @dannevins / Via instagram.com

Wer sich nicht bewegt, der bewegt nichts!

Das ist eines meiner liebsten Zitate, denn Bewegung ist ein wichtiger Bestandteil, um möglichst lange schmerzfrei zu bleiben oder schmerzfrei zu werden. Durch meine Krankheitsgeschichte ist mir sehr bewusst vor Augen geführt worden, dass ein aktives und schmerzfreies Leben keine Selbstverständlichkeit ist. Ich bin sehr dankbar, dass mein Körper es schafft meine Beeinträchtigungen so gut auszugleichen. Dennoch ist mir bewusst, dass ich älter werde und das Laufen mit Prothesen von meinem Körper einiges abverlangt. Meine persönliche Schwachstelle ist der untere Rücken und Rumpfstabilität, da ich beim Laufen darüber viel ausgleichen muss.

Es gibt viele Möglichkeiten sich sportlich zu betätigen und zwar mit und ohne Prothesen. Um sich fit zu halten, braucht man nicht zwangsläufig eine teure Sportprothese oder einen Vertrag im Fitnessstudio. Zum Beispiel bietet Yoga Jedem die Möglichkeit, etwas Gutes für den Körper und für die Seele zu tun. Yogaübungen verfolgen zumeist einen ganzheitlichen Ansatz, der Körper, Geist und Seele in Einklang bringen soll. Angestrebt wird eine verbesserte Vitalität und gleichzeitig eine Haltung der inneren Gelassenheit.

Der ganzheitliche Ansatz beim Yoga ist auch für Menschen mit körperlichen Einschränkungen geeignet. Da es bei vielen Übungen um Balance geht, traut sich der ein oder andere wahrscheinlich Yoga nicht zu. Aber viele Übungen kann man den individuellen Bedürfnissen anpassen und somit wird barrierefreies Yoga ein immer größeres Thema,

Der erste Yoga-Lehrer mit Amputation auf den ich aufmerksam geworden bin, ist Dan Nevis (er ist auf dem Bild zu sehen). Dan hat 2004, im Einsatz während dem Irak-Krieg, beide Unterschenkel verloren. Allerdings war damals Yoga nicht der Sport den er sich für sich vorstellen konnte. Es wollte sich selbst beweisen wie leistungsfähig er mit seinen Prothesen ist und probierte sich in allen möglichen Actionsportarten aus und bestieg sogar den Kilimanjaro. Als er jedoch 2014 nach einer weiteren Operation für mehrere Wochen außer Gefecht gesetzt war, verfiel er in schwere Depressionen und stellte sich seiner posttraumatischen Belastungsstörung, welche als Spätfolge durch die Erlebnisse im Irakkrieg auftrat. Laut Statistik nehmen sich täglich 22 ehemalige Soldaten in den USA das Leben, weil sie mit den schrecklichen Erfahrungen aus ihrem Einsatz nicht fertig werden. Dan wollte nicht Teil dieser traurigen Statistik werden und vertraute sich einem sehr guten Freund in seiner schwierigen Situation an. Durch diesen Freund probierte  er dann zum ersten Mal Meditation und Yoga aus.

Weiterlesen „Namaste – YOGA für Amputees“