10 Probleme die ich als Amputee nicht habe!

Ich hoffe ihr genießt die schönen Frühlingstage und macht eure Prothesen startklar für den Sommer! 🙂

Amputees mit Beinprothese

Ich für meinen Teil habe diese Woche meine neuen Füße genehmigt bekommen und werde mich gleich mal ans Werk machen sie etwas zu verschönern. Man soll ja zeigen was man hat, hab ich gehört 😉 Lustigerweise habe ich diese Woche auf facebook eine Werbeanzeige für eine Studie zum Thema Fußpilz angezeigt bekommen. Die Jungs aus dem Silicon Valley müssen wirklich mal ihren Algorithmus überarbeiten, denn auch wenn ich mich mit vielen Themen als Amputee beschäftigen muss, Fußpilz kann ich von meiner Liste streichen. Allerdings hat mich die Anzeige zum Nachdenken gebracht, was ich seit meiner Amputation sonst noch für Vorteile habe und hier sind die 10 Dinge die mir spontan eingefallen sind:

Beine rasieren fällt weg (damit spare ich morgens Zeit und kann länger schlafen)

keine eingewachsene Zehennägel (hatte ich noch nie, stelle ich mir aber echt unangenehm vor)

keine kalte Füße (kennt jede Frau! und jeder Mann der die Füße aufwärmen muss)

keine Schweißfüße (definitiv etwas auf was man gut verzichten kann)

keine Blasen an den Füßen 

keine Fußnägel schneiden (mich nerven schon meine Fingernägel…)

keine Hornhaut entfernen (gleicher Nervfaktor wie Fußnägel schneiden)

Sich die Fußsohlen nicht auf heißen Asphalt oder Sand verbrennen

weniger/keine Socken waschen (reduziert sich ohne Schweißfüße)

nicht mit dem kleinen Zeh an der Bettkante hängen bleiben 

Mit diesen weltbewegenden Erkenntnissen wünsche ich euch ein schönes sonniges Wochenende und vielleicht seid ihr jetzt auch inspiriert euch eine Liste zu machen, was sich in eurem Leben nach der Amputation zum Positiven entwickelt hat. Ihr werdet überrascht sein, was euch Alles einfällt.

Always look on the bright side of life! 🙂

Eure CarbonEla

Amelos – Fetisch oder Krankheit?

Amelo Fetisch

Das Internet schafft es, dass Menschen sich über Kontinente und Sprachbarrieren hinweg vernetzen können. Für Amputees schafft es die Möglichkeit sich untereinander in Gruppen auszutauschen, dort Bilder zu posten und einander zur Seite zu stehen, auch wenn mehrere hundert Kilometer zwischen den Beteiligten liegen. Aber das Internet bietet auch die Möglichkeit der Anonymität, sich in sozialen Netzwerken mit Fakeprofilen anzumelden und über diese Profile gewisse Interessen zu befriedigen, mit denen man im echten Leben lieber nicht hausieren gehen möchte.

Dazu zählt der Amelotatismus. Amelotatismus oder auch Amputationsfetischismus, ist eine sexuelle Präferenz für Menschen mit fehlenden Gliedmaßen.

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Wie Menschen an Schicksalsschlägen wachsen können – ist Resilienz der Schlüssel?

Sporthprothese Oberschenkelamputation

Die meisten von uns sind im ihrem Leben schon das ein oder andere Mal auf die Probe gestellt worden. Manchmal merkt man lange nicht, dass einen eine Situation belastet und manchmal schlägt einem das Schicksal so hart ins Gesicht, dass es einem den Boden unter den Füssen wegzieht. Ich kenne sowohl das eine als auch das andere Szenario. Schon öfters wurde mir gesagt, dass mich Leute bewundern wie ich mit meiner Krankheitsgeschichte umgehe. Für mich ist das keine besondere Leistung, da ich mich einfach so verhalten habe, wie es sich für mich richtig angefühlt hat. Dennoch hat es mich dazu gebracht darüber nachzudenken, was den Unterschied ausmacht, wenn man in solch eine Extremsituation gerät.

Wie kannst du erkennen, ob du auf eine Krise zusteuerst oder sogar schon mittendrin steckst?

Oft fühlt man eine Art Ohnmacht oder Kontrollverlust, man versucht krampfhaft an den bekannten Strukturen festzuhalten, man weigert sich mit der Situation auseinanderzusetzen und nötige Entscheidungen zu treffen, man ist unfähig einen Ausweg und Alternativen zu sehen, man fühlt sich antriebslos, ist schnell gereizt und neigt zu übertriebenen Zynismus.

Was macht den Unterschied, warum manche Menschen mit Lebenskrisen besser umgehen können als Andere?

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10 Dinge die mir geholfen haben mich wieder selbst zu finden

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Ab sofort heißt es jeden Tag Prothesen anziehen und sowohl Tragezeit, als auch Laufstrecke kontinuierlich verlängern. Es gibt gute und schlechte Tage und manchmal will ich die Prothesen einfach nur in die Ecke schmeißen. Es kostet richtig viel Kraft und zu diesem Zeitpunkt kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, wie ich mit den Prothesen mal einen ganzen Tag unterwegs sein soll.

Allerdings habe ich mein festes Ziel vor Augen und wenn ich mir was in den Kopf gesetzt habe, dann bin ich bereit über Grenzen zu gehen. Jeder Schritt bringt mich meinem Ziel von einem selbstbestimmten Leben ein Stück näher. Je mehr ich wieder selbst machen kann, umso selbstsicherer werde ich wieder.

Denn ehrlich gesagt die Monate im Krankenhaus haben psychisch Spuren hinterlassen. Es gab eine Zeit, da hatte ich das Gefühl, als ob ich mich verloren habe. Ich war einfach nicht mehr ich. Ich war weder psychisch noch physisch die Person, mit der ich die letzten 30 Jahre verbracht habe.

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